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Netzhautkontrolle

Netzhautablösung (Ablatio Retinae)

Wenn die Netzhaut von ihrem Untergrund gelöst ist, spricht man von einer Netzhautablösung (Ablatio Retinae). Die Netzhautablösung wurde relativ bald nach der Erfindung des Ophthalmoskops im Jahre 1851 entdeckt. Eine Netzhautablösung kommt nur selten vor (jährlich nur 10.000-20.000 Fälle), sollte aber wegen der Erblindungsgefahr sofort behandelt werden. Die Netzhaut liegt auf dem sogenannten Pigmentepithel auf der Aderhaut. Wenn sich die Netzhaut davon ablöst, ist sofort zu handeln, da es sonst zu permanenten Beschwerden kommen und das Auge gar erblinden kann. Erste mögliche Anzeichen einer Netzhautablösung sind Lichtblitze und schwarze Punkte im Sichtfeld. Der Betroffene sieht innerhalb seines gewohnten Sichtbereiches einen Schwarm schwarzer Punkte und Lichtblitze, manchmal in einem derartigen Ausmaß, dass sich das Sichtfeld so einschränkt, als würde der Betroffene durch einen dunklen Vorhang hindurch gucken.

Man unterscheidet drei Ursachen der Netzhautablösung:

 

Netzhautriss:

Eine durch einen Riss induzierte Ablösung der Netzhaut, in der Fachsprache rhegmatogene Netzhautablösung genannt, entsteht durch eine Abhebung des Glaskörpers und einen damit einhergehenden Zug an den Anheftungsstellen. Die Häufigkeit dieser Anhebung steigt mit zunehmendem Alter, doch auch bei kurzsichtige Menschen kann es zu einer Anhebung des Glaskörpers kommen. Auch eine Prellung des Auges, z.B. nach Einwirkung von physischer Gewalt, kann Ursache für eine Anhebung des Glaskörpers sein.


Zug:

Eine Netzhautablösung kann ferner dadurch entstehen, dass sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von der Aderhaut ablöst. Dies geschieht durch eine Zugeinwirkung und führt keinen Riss mit sich. In der Fachsprache nennt man eine zugbedingte Netzhautablösung traktive Netzhautablösung.


Flüssigkeitsanlagerung:

Die exsudative Netzhautablösung entsteht durch eine Flüssigkeitsanlagerung im Spalt zwischen der Aderhaut und der lichtempfindlichen Schicht der Netzhaut. Diese Flüssigkeit kommt entweder aus Gefäßen der Netzhaut oder der Aderhaut.

Der Netzhautriss ist die häufigste Ursache für eine Ablösung der Netzhaut. Bestimmte Risikogruppen sind besonders anfällig für eine durch einen Netzhautriss entstandene Netzhautablösung. Dazu gehören:

  • Ältere Menschen
  • Menschen mit Kurzsichtigkeit
  • Kürzlich wegen eines grauen Stars Operierte
  • Diabetiker
  • Patienten mit Entzündungen im Augenbereich
  • Tumorpatienten


Bei Verdacht auf eine Netzhautablösung ist sofort ein Arzt aufzusuchen, da die Erblindungsgefahr ziemlich hoch ist. Sobald Sie Symptome wie Lichtblitze oder schwarze Punkte im Sichtfeld wahrnehmen, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Bei einer früh entdeckten Netzhautablösung (Nur Risse in der Netzhaut, keine vollständige Ablösung) ist eine unkomplizierte Behandlung mittels Laser möglich. Ist die Netzhaut schon abgelöst, ist eine Operation nötig.

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Prof. Dr. Jost B. Jonas


Facharzt für Augenheilkunde

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